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Aktuelle Schließzeiten

Am 29. und 30. Oktober sowie am 5. und 14. November schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

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Faschismus in the Making - Karl Kraus und der 13./14. Mai 1933

Aus der Forschungswerkstatt

Ausschnitt der Startseite des Projekts "Campus Medius", www.campusmedius.net

Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Geist versus Zeitgeist: Karl Kraus in der Ersten Republik"

Ort und Zeit

Dienstag, 20. November 2018, 17:00 Uhr
Musiksammlung der Wienbibliothek, Loos-Räume
Bartensteingasse 9, 1. Stock, 1010 Wien

Zur Veranstaltung

Zwischen Februar und September 1933 dokumentierte Karl Kraus die ersten Monate der NS-Herrschaft in Deutschland und beschrieb den Umbruch der Weimarer Republik in ein faschistisches Regime – die ersten Konzentrationslager, die Lügen der Propaganda, die Reaktionen der Intellektuellen und vieles mehr. Dieses 300-seitige Fragment wurde erst Jahre nach Kraus’ Tod als Dritte Walpurgisnacht veröffentlicht und gilt heute als eine der hellsichtigsten Analysen von Sprache und Realität des Nationalsozialismus.

Der 13. und 14. Mai 1933 spielen in dem Text eine besondere Rolle: Es ist das Wochenende, an dessen Samstag die Regierung Dollfuss am Flughafen Aspern ankommende NS-Politiker aus Deutschland wissen lässt, dass sie in Österreich "nicht erwünscht" seien – für Kraus eine Heldentat. Am Sonntag feiert der Österreichische Heimatschutz im Schönbrunner Schlosspark eine "Türkenbefreiungsfeier", die live in Radio Wien übertragen und in Wochenschauen festgehalten wird. Die Sozialdemokraten stehen am selben Vormittag mit "Freiheitsfeiern" in den Gemeindebauten für die demokratische Republik ein. In den Kinos der Stadt läuft in diesen Tagen sowohl der in Deutschland verbotene Tonfilm Das Testament des Dr. Mabuse von Fritz Lang als auch der nationalsozialistische Propagandafilm Deutschland erwacht und nicht zuletzt Sergej Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin, und zwar während im Burgtheater die von Mussolini mitverfasste Tragödie Hundert Tage über den Fall Napoleons aufgeführt wird.

Simon Ganahl analysiert dieses spannungsvolle Wochenende in seinem digitalen Mapping-Projekt Campus Medius und zeigt dabei, wie Faschismus medial gemacht wird.

Programm

Zum Projekt Campus Medius
Simon Ganahl, APART-Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Lehrbeauftragter u.a. am Institut für Germanistik der Universität Wien

Informationen

Eintritt frei! Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung unter oeffentlichkeitsarbeit [at] wienbibliothek [dot] at oder +43 1 4000-84926.

Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung stimmen Sie der Veröffentlichung von Fotos, Video- und Audioaufzeichnungen, die im Rahmen der Veranstaltungen entstehen, zu.