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beschriebenes Notizblatt von Gustav Klimt
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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Eva Berger
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Aktuelle Schließzeiten

Am 3., 4., 18. und 22. Oktober schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

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»Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird«

Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Sujet und Cover des Begleitbandes »Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird« - Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Ort und Zeit

23. Februar bis 21. September 2018
Montag bis Donnerstag 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Freitag 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Wienbibliothek im Rathaus, Ausstellungskabinett, Gang und Foyer
Rathaus, Eingang Felderstraße, Stiege 6, Glaslift, 1. Stock
Freier Eintritt!
Eröffnung und Buchpräsentation am 22. Februar 2018

Zur Ausstellung

Die Wienbibliothek nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, im Rahmen einer Ausstellung einen Blick auf die Wiener Stadtverwaltung nach dem "Anschluss" im März 1938 zu werfen. Dieser Blick lässt sich aus zwei Perspektiven einnehmen: aus jener der öffentlichen Wahrnehmung mit den mehr oder weniger bekannten Bildern der Propaganda, Repräsentation, Repression und Verfolgung, aber auch aus jener der städtischen Bediensteten. Welche Auswirkungen hatten die politischen Änderungen auf die Beamtenschaft? In welchem Ausmaß kamen sie ihrer "Pflicht" nach, wie es im Eingangszitat von NS-Bürgermeister Hermann Neubacher (Das Kleine Blatt, 18. März 1938) formuliert wurde? Konnten sie individuelle Spielräume nutzen?

16 Stationen im Ausstellungskabinett behandeln - jeweils aus einer öffentlichen und einer "Schreibtisch"-Sicht - unterschiedlichste Facetten kommunalen Handelns. Der zeitliche Bogen spannt sich vom "Anschluss" im März 1938 bis zur Einführung der Gauverfassung durch das "Ostmarkgesetz" im Mai 1939. Thematisch behandelt die Ausstellung - die fast ausschließlich aus Beständen der Wienbibliothek gespeist wird - temporäre Erscheinungen jener Zeit wie die Eingemeindung von 97 niederösterreichischen Ortschaft zu "Groß-Wien" oder die Verpachtung Wiener Gründe für den Betrieb des KZ Mauthausen ebenso wie bis heute gültige Veränderungen im Magistrat, etwa die Einrichtung des Kulturamtes der Stadt Wien oder die Schaffung von Standesämtern.

Weitere Elemente der Ausstellung bieten einen Blick auf die Topographie des Rathauses in der NS-Zeit (Gang vor der Bibliothek) und behandeln Kontinuitäten wie Diskontinuitäten in der Arbeit der Bibliothek 1938/2018 (Foyer).

Begleitend erscheint ein reich illustrierter Sammelband, in dem u. a. der Zeithistoriker Gerhard Botz die Entwicklung des Forschungsfeldes "Wien im Nationalsozialismus" anhand seiner eigenen Forschungsbiographie Revue passieren lässt.

Mitwirkende

Direktion: Sylvia Mattl-Wurm
Ausstellungskurator: Christian Mertens, unter Mitarbeit von Gerhard Murauer
Ausstellungsgestaltung: Gabu Heindl, Fabian Liszt | GABU Heindl Architektur
Grafik: Larissa Cerny, Mario Blum
Consulting Vermittlung: Renate Höllwart | trafo.K
Medientechnik: Jens Bruder | NOUS Wissensmanagement GmbH
Öffentlichkeitsarbeit: Suzie Wong
Reproduktionen: Michael Burger, Nicole Hebenstreit, Erwin Tiller
Restaurierung und Werkstatt: Sabine Imp, Gerhard Pirker, Liv-Solveig Wanek

Publikation

Christian Mertens (Hg.): »Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird« - Die Wiener Stadtverwaltung 1938
Wien: Metroverlag 2018

Begleitprogramm

Im Rahmen der Ausstellung finden Ausstellungsgespräche und die Präsentation aktueller Forschungsansätze unter dem Titel "Aus der Forschungswerkstatt" statt.

In den 1938 vorgelegten Personalfragebögen musste nicht nur die "arische" Abstammung nachgewiesen, sondern auch akribisch Auskunft über frühere und gegenwärtige Partei- und Verbandszugehörigkeiten gegeben werden, WBR, Hausarchiv.
Handgezeichnete Karte von Wien mit den Standorten illegaler NS-Fachgruppen bei den Wiener Straßenbahnen [ca. 1938], WBR, Plakatsammlung, P-225140.
Vom Ende 1938 frühpensionierten Direktor der Städtischen Sammlungen Oskar Katann redigiertes, ursprünglich pathetisches Briefkonzept, April 1938. WBR, Hausarchiv.
J. Rolf Mayrhofer, Wiener Bürgermeister-Marsch, opus 91. S. A.-Brigadeführer, Dr.-Ing. Hermann Neubacher, Bürgermeister der Stadt Wien, zum Amtsantritt gewidmet, Manuskript, Mai 1938, WBR, Musiksammlung, MH-9312
Reichsgau Wien. Wien: Kartogr. Anstalt Freytag-Berndt u. Artaria 1940, beigelegt in: Die Gemeindeverwaltung der Stadt Wien im Jahre 1938. Verwaltungsbericht. Wien: Selbstverlag 1941, WBR, Druckschriftensammlung, B-3146
Wahlverständigung für die Volksabstimmung über den bereits vollzogenen "Anschluss" am 10. April 1938, WBR, Handschriftensammlung, Sammlung Brigitte Hamann (ZPH 1660).
Poststück mit Propaganda für die Volksabstimmung am 10. April 1938, WBR, Handschriftensammlung, Sammlung Brigitte Hamann (ZPH 1660).
"Der Führer hat herrlich gesprochen …" – Josef Weinheber an Hans Rößner, Brief vom 4. Mai 1939, WBR, Handschriftensammlung, HIN-247170.
Großkundgebung der Wiener Beamtenschaft auf dem Adolf-Hitler-Platz (Wiener Rathausplatz). Am Rednerpult Reichsbeamtenführer Neef, 1938, WBR, Tagblattarchiv, TF-999169.