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Objekt des Monats Dezember 2019: Fröhliche Weihnachten! Bildpostkarten zum festlichen Anlass

Postkarte aus der Sammlung Brigitte Hamann. WBR, HS, ZPH 1660

Ein langgewandeter Engel, ein festlich geschmückter Christbaum, ein winterlicher Wald, funkelnde Sterne am Himmel. Die vorliegende illustrierte Weihnachtspostkarte stammt aus einem reich bestückten Postkartenalbum aus der Sammlung Brigitte Hamann (ZPH 1660). Das Album wurde im Kindesalter von Friederike Stangl (1898–1993) angelegt, die in späteren Jahren als Lehrerin tätig sein und 1922 den Ingenieur Walter Wilhelm Hamann (1889–1961) heiraten sollte.

Das alljährliche Ritual, Weihnachtswünsche per Post zu versenden und zu empfangen, ist noch keine 150 Jahre alt. Die „Correspondenzkarte“ an sich wurde erstmals 1869 – also vor 150 Jahren –  von der k. u. k. Postverwaltung verlegt, das neuartige Medium mit einem Vordruck für Adressangaben auf der einen und mit Raum für Mitteilungen auf der anderen Seite konnte zum halben Briefporto versendet werden und war geradezu prädestiniert für die einfache und schnelle Benachrichtigung. Die Briefmarke gab es im Kaisertum Österreich bereits ab Mitte des Jahres 1850. 1885 wurden die Produktion und der Vertrieb von Korrespondenzkarten auch für private Verlage freigegeben, womit der bald florierenden Postkartenindustrie die Türen offenstanden.

Bildpostkarten gelangten seit Mitte der 1890er Jahre als Massenartikel in Umlauf, in kurzer Zeit differenzierten sich je nach Form und Inhalt sowie Druck und Ausstattung diverse Gattungen aus. Die Ansichtskarte, die Genrekarte oder die Kunst- und Künstlerpostkarte sind nur einige Beispiele der Einteilung in Gattungen nach inhaltlichen Kriterien.

Die gedruckte illustrierte Weihnachtspostkarte zählt wie die Geburtstags-, Hochzeits-, Beileids- oder die Oster- und Pfingstkarte zur Kategorie der Gelegenheitskarten. Die älteste ihrer Art wurde vermutlich 1843 von Sir Henry Cole, dem Gründungsdirektor des South Kensington Museums in London (heute: Victoria & Albert Museum), mit einer Auflage von 1000 handkolorierten Exemplaren in Auftrag gegeben.

Die vorliegende Weihnachtskarte, die religiöse mit profanen Motiven kombiniert, ist weniger aufwändig gestaltet, jedoch immerhin mit Glimmer veredelt. Das Verfahren, Druckerzeugnisse zu Beglimmern, lässt sich bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgen, als Andachtsbildchen en vogue waren. Auch im Biedermeier wurden Billets mit Glimmer bestehend aus Mineralstaub, Glassplitterchen, Glaskügelchen, Sand oder Metallteilchen ausgestattet. Von offenen Bildpostkarten losgelöster Glimmerstaub häufte sich in den Postämtern der Jahrhundertwende insbesondere in der Weihnachtszeit an, worüber Berichte erhalten sind – das Phänomen ist heute weitestgehend obsolet angesichts der inzwischen etablierten Praxis, Weihnachts- und Neujahrswünsche auch elektronisch zu versenden.

 

Archiv der Objekte des Monats 2019: