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Eine alte Dame hält Luftballons in der Hand und steht neben zwei Kindern und einem Hund, im Hintergrund ist das Wiener Riesenrad zu sehen
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Im Lesesaal mit:
Portraitphotographie: Herr vor  Bücherregal in einer Bibliothek
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»BLITZLICHTER« Das Populärkulturelle Archiv der Wienbibliothek

Blitzlichter. Das Pop(ulär)kulturelle Archiv der Wienbibliothek im Rathaus. Collage aus diversen Flyern

Ort und Zeit

8. September 2017 bis 2. Februar 2018
Montag bis Donnerstag 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Freitag 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Wienbibliothek im Rathaus, Foyer und Gangbereich
Rathaus, Eingang Felderstraße, Stiege 6, Glaslift, 1. Stock
Freier Eintritt
Eröffnung am 7. September 2017

Zur Ausstellung

Wien ist im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts eine moderne multikulturelle Metropole. Insbesondere die lokale Populärmusik-Szene war selten so dicht, vielgestaltig und künstlerisch interessant wie heute. Die fast schon klischeehafte Betonung der "Musikstadt Wien" im Kontext von Fremdenverkehrswerbung und kultureller Selbstverortung findet zunehmend auch abseits der traditionellen Hegemonie klassischer Musik statt.

Besitzt Wien einen genuinen "Sound"? In den siebziger, achtziger und neunziger Jahren - von Wolfgang Ambros über Falco bis Kruder & Dorfmeister - gewann österreichisches (und damit zumeist in der mit Abstand größten Metropole des Landes stattfindendes) Popularmusikschaffen auch über die Staatsgrenzen hinaus Relevanz. Parallel zu dieser Entwicklung ist die Sichtung, Aufarbeitung und Bewertung der Frühphase, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst britische und amerikanische Vorbilder importierte und adaptierte, spätestens ab Ende der sechsziger Jahre eigene Sichtweisen und Formen entwickelte (Stichwort: "Austropop"), in vollem Gange. Noch ist die überwiegende Mehrheit der ProtagonistInnen ad personam erreich- und befragbar, noch kann auf ein dichtes Netz von ZeitzeugInnen, ChronistInnen und Musikschaffenden der Frühjahre zurückgegriffen werden.

Umso fragwürdiger erschien es lange Zeit, dass der Status Quo der Wiener Populärmusik - die positive Entwicklung hält seit rund fünfzig Jahren an - im wissenschaftlichen Sinn kaum seriös dokumentiert wurde. Es blieb halböffentlichen Initiativen wie dem Skug Resarch Archiv (SRA) im Museumsquartier oder Privatpersonen wie dem ehemaligen Manager von Georg Danzer, Franz Schwarz, oder einigen MusikpublizistInnen überlassen, sich dem lokalen Populärmusik-Schaffen zu widmen.

Pop(ulär)kulturelles Archiv

Seit dem Jahr 2015 ist - auf Initiative der Wienbibliothek im Rathaus, die auch schon die Publikation des Buchs "Wien.Pop" (Falter Verlag 2013) tatkräftig unterstützte - eine Populärkulturelle Sammlung im Aufbau. Einerseits gedacht als weiteren Strang zum Bestandsausbau von zeitgenössischen Materialien aus dem Musikbereich, andererseits zeichnet sich auch eine damit verbundene Professionalisierung der Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit im Bereich des Populärkulturschaffens nach 1945 ab. Das Populärkulturelle Archiv der Wienbibliothek bietet öffentlichen Zugang zu den Materialien, bestellbar über den Onlinekatalog der Wienbibliothek und richtet sich an Musik-ExpertInnen, MusikerInnen und an die interessierte Öffentlichkeit.

Beratend tätig sind die beiden ausgewiesenen Pop-Experten und Publizisten Thomas Mießgang (Kurator, Journalist bei Die Zeit und Ö1 Hörfunk) und Walter Gröbchen (monkey music), die Koordination erfolgt durch die Öffentlichkeitsarbeit und für die Benützung aufbereitet werden die Materialien von der Musik-, Handschriften-, Druckschriften- und Plakatsammlung der Wienbibliothek. Vorrangige Sammlugnsgegenstände sind herausragende und signifikante, zweidimensionale Objekte lokalen Musikschaffens wie Noten, Songtexte, Bühnenkonzepte, Fotos, Flyer, Plakate, Programme, Pressestimmen, Korrespondenzen sowie persönliche Dokumente.

Diese Archivalien sind Zeitdokumente und zeichnen in ihrer Gesamtheit die Aktivitäten, Hintergründe und Einflüsse, die Entstehung und Entwicklungen des musikalischen Schaffens in unterschiedlichen Jahrzehnten nach und geben sehr persönliche Einblicke in das jeweilige MusikerInnenleben. Damit in Zusammenhang stehen Produkte der Tonträgerindustrie (in Kooperation mit der Österreichischen Mediathek) und Memorabilia aus angrenzenden Bereichen wie Medien, Musikalienhandel, Unterhaltungsgewerbe (Live-Veranstaltungen) und Gastronomie ("Szenelokale"). Ein Schwerpunkt ist die Übernahme von ganzen Vorlässen, Nachlässen sowie Konvoluten einzelner MusikerInnen und Bands.

Blitzlichter

Bislang gelang dies etwa im Fall der Gruppe Bambis, wo ein von Hannes Schlader angelegtes Fotoalbum übernommen werden konnte, der Sammlung Geduldig & Thimann, des Projekt-Konvolutes von Edek Bartz u.a. mit einem Tourbuch von Falcos Sommer- und Herbsttournee 1986, der Sammlung Al Cook, Sigi Maron, Stephan Wildner (Chuzpe, Graf Hadik & Die Flughunde), der Gruppe A-Gen 53, des Konvoluts von Plakaten und ephemerer Literatur von Conny de Beauclair oder der vielerorts aktiven Schlagzeug-Legende Rudi Staeger.

Die Schau "Blitzlichter" im Foyer der Wienbibliothek soll - nomen est omen - einen ersten Blick auf ausgewählte Exponate der neu übernommenen Materialien des Pop(ulär)kulturellen Archivs ermöglichen. Die Ausstellung markiert eine vorläufige Bilanz auf dem Weg der Akquise und Intensivierung dieser heterogenen Sammlungstätigkeit innerhalb der Wiener Musikerszene.

Ergänzend zu den Objekten in der Ausstellung sind Ausschnitte der 2012 für die Publikation "Wien.Pop" geführten Interviews mit MusikerInnen, Teile aus dem Ö1 Radiokolleg-Lexikon der österreichischen Popmusik und einige Titel der ausgestellten MusikerInnen zu hören. Wir bedanken uns bei der Österreichischen Mediathek und bei ORF Ö1 für die Unterstützung im Audiobereich.

Mitwirkende

  • Direktion: Sylvia Mattl-Wurm
  • Text: Walter Gröbchen, Suzie Wong, Thomas Mießgang
  • Grafische Gestaltung: Markus Reuter

Pressefotos

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Plakat, Arenauten Treffen im Inland-Schlachthof, ca. 1976, PS WBR
Fotocollage der Bambis, Fotoalbum Hannes Schlader, HS WBR
Sigi Maron, Ort und Jahr unbekannt, Sammlung Sigi Maron, HS WBR
Kurier, a-gen 53, März 1981, Sammlung Ilse Hoffmann, HS WBR
Plattencover Graf Hadik „Biedermeier, Zorro, Groove“, 1988, Sammlung Stephan Wildner, HS WBR