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Amtsdruckschriften der Frühen Neuzeit

Titelblatt von "Ernewerung der Ordnung vnd zwberaittung ainer warnung", 1536, WBR

Mit der Technik des Buchdrucks eröffneten sich in der Frühneuzeit auch hinsichtlich der Verbreitung herrschaftlicher Willensäußerungen völlig neue Möglichkeiten. Patente und Verordnungen konnten nun schnell und preiswert einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. So verwundert es nicht, dass Amtsdruckschriften — ob als Einblattdrucke oder als geheftete Folio-Broschüren — zu den häufigsten und vermutlich auch auflagestärksten Textsorten der Vormoderne zählen. Umso erstaunlicher, dass im Antiquariatshandel auch heute noch Drucke auftauchen, die bislang bibliographisch völlig unbekannt waren.

Um einen solchen handelt es sich bei der "Ernewerung der Ordnung vnd zwberaittung ainer warnung" aus dem Jahr 1536, die nun für die Sammlung der Wienbibliothek erworben werden konnte. In einer kurzen Verschnaufpause des so genannten "Ersten österreichischen Türkenkriegs" ging Ferdinand I. daran, die Verteidigung des im Zuge der Türkenbelagerung 1529 stark in Mitleidenschaft gezogenen Landes unter der Enns (Niederösterreich) neu zu organisieren. Auch die Hauptleute der Landesviertel werden in dem Druck vom 13. August 1536 bekannt gemacht; um seines kuriosen Namens willen sei an dieser Stelle lediglich auf Erasmus von Schneckenreith, Schlossherrn von Breiteneich in Horn und designierter Hauptmann des Weinviertels, hingewiesen.

Interessant in Zusammenhang mit der reichen Kalendersammlung der Wienbibliothek ist ein Patent Josephs II. vom 5. Juni 1784, das auch die jüngste der neu erworbenen amtlichen Publikationen darstellt. In dem ab Juli 1784 geltenden Gesetz werden nicht nur die verpflichtenden Kalenderstempel behandelt, sondern überhaupt alle Klassen von (Beglaubigungs-)Stempeln nebst entsprechenden Gebühren taxativ aufgezählt.

  • Ernewerung der Ordnung vnd zwberaittung ainer warnung, auch ains gemainen Auffpot, Damit vrbrig vnd jäch einfäll auch straiff, von den veindten, im Lanndt verhütt vnnd fürkumen werden .... [S.l. Wien?], 1536. Sign. C-345200.
  • Joseph II., Patent, Stempel und Stempelgebühren. Wien, 05.06.1784. Sign. C-345199.

Weitere neu erworbene Amtsdruckschriften

  • Maximilian II., Patent betr. Verbot des Hausierhandels in Niederösterreich. Korneuburg, 18.12.1570. Sign. E-345256.
  • Ferdinand II., Patent betr. Weinhandel in den Böhmischen Ländern. Ödenburg, 23.10.1625. Sign. C-345254.
  • Ferdinand II., Patent betr. Weinbesteuerung in Niederösterreich. Wien, 01.01.1627. Sign. E-345255.
  • Ferdinand II., Patent betr. Winterquartiere der Truppen im Dreißigjährigen Krieg. Wien, 26.01.1634. Sign. E-345264.
  • Ferdinand II., Patent betr. Verbot der Preiserhöhung von Lebensmittel im Dreißigjährigen Krieg. Wien, 30.09.1634. Sign. E-345262.
  • Ferdinand III., Patent betr. Salzpreis in Niederösterreich. Wien. 06.07.1639. Sign. E-344073.
  • Leopold I., Patent betr. Mautwesen im Erzherzogtum Österreich ob und unter der Enns. Wien, 20.03.1672. Sign. B-345551.
  • Leopold I., Patent betr. Besteuerung nürnbergischer Untertanen im Fürstentum Ansbach. Wien, 13.12.1703. Sign. E-344566.
  • Karl VI., Patent betr. Proviantierung der Truppen im Spanischen Erbfolgekrieg. Wien, 04.02.1713. Sign. E-344577.
  • Karl VI., Patent und Taxordnung betr. Edelmetallverarbeitung und Münzwesen in Österreich. Wien, 23.12.1737. Sign. B-345552.
  • Pro-Memoria über die - in dem Reichs-Erbtruchseß-Friedberg-Scheerischen- in der Oesterreichischen Manns-Inhabungs-Herrschaft Bussen gelegenen Flecken Unlingen im September 1758 ... [Wien?], 30.01.1760. Sign. C-344571.

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