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Teilnachlass Max Reinhardt

Max Reinhardt. Foto: E. Bieber, Hamburg

Seit März 2013 ist ein 21 Archiv- und 2 Folioboxen umfassender Teil aus dem Nachlass des berühmten Theatermannes Max Reinhardt (1873–1943) benützbar (ZPH 1565). Seine Bedeutung erhält der Bestand zum einen wegen des enormen Umfangs, zum anderen wegen seiner ganz außergewöhnlichen Geschlossenheit. Im Gegensatz zu anderen Teilen der künstlerischen Hinterlassenschaft Reinhardts, die weltweit über etliche Institutionen zersplittert ist, blieb der erworbene Teilnachlass stets in der Hand seiner engsten Vertrauten Gusti Adler (1890–1985), die gerne als Privatsekretärin bezeichnet wird, aber stets sehr viel mehr war als das. Augusta C. Adler, wie sie sich im US-Exil nannte, in das sie Max Reinhardt 1939 gemeinsam mit ihrer Mutter folgte, hatte zudem einen berühmten Onkel. Der Bruder ihres Vaters Heinrich war kein geringerer als Victor Adler, der überaus charismatische Begründer der österreichischen Sozialdemokratie.

Gusti Adler war eine rechte Hand mit archivalischem Blick. Bei ihr haben sich nicht nur über 100 Werkmanuskripte des Regisseurs und Impresarios erhalten, sondern auch rund 800 Briefe aus seiner Feder an namhafte Adressaten wie Ferdinand Bruckner, Maximilian Harden, Werner Krauss, Alexander Moissi, Felix Salten oder Richard Strauss. Ein außergewöhnlicher Schatz sind auch die 1150 Schreiben, die zahlreiche prominente Korrespondenzpartner wie Colette, Hugo von Hofmannsthal, Carl Lämmle, Otto Preminger oder Stefan Zweig an Reinhardt richteten.

Besonders zu erwähnen gilt es einen zweiseitigen Brief, in dem sich Albert Einstein zum gemeinsamen Judentum äußert. Die Briefschaften werden durch mehr als 3000 Stücke vervollständigt, die Gusti Adler im Auftrag Reinhardts verfasst oder empfangen hat, so etwa von Hermann Bahr, Richard Beer-Hofmann, Gertrude Eysoldt, Anton Faistauer, Lion Feuchtwanger, Egon Friedell, Erich Wolfgang Korngold, Mechthilde von Lichnowsky, Carl Moll, Emil Orlik, Alfred Polgar, Bertha Zuckerkandl oder Carl Zuckmayer. Zu den unikalen Dokumenten, die Reinhardts Schaffen vielfach neu beleuchten, zählen auch die Originalverträge zum Theater in der Josefstadt, zahlreiche Fotos von Schloß Leopoldskron sowie den großen Salzburger Inszenierungen.

Neben vielen Porträtaufnahmen ragt ein Album mit Originalfotos von Reinhardts letztem Wohnsitz im kalifornischen Corona del Mar heraus. Reinhardts vielfältiges Netzwerk spiegelt sich auch in künstlerischen Zeugnissen fremder Hand wider, die sich in seinem Nachlass erhalten haben, wie in einem Entwurf von Richard Neutra für ein nicht realisiertes Festspielhaus in Kalifornien, in eigenhändigen Skizzen von Alfred Roller oder in einem Drehbuch von Thornton Wilder. Ein absoluter Höhepunkt im Bestand ist das Screenplay zu einem der berühmtesten Filme, der je in der Traumfabrik Hollywood gedreht wurde: Reinhardts Verfilmung des "Sommernachtstraums" von William Shakespeare.

Archiv der Neuerwerbungen

Albert Einstein an Max Reinhardt, Brief vom 22. Juni 1935. Nachlass Reinhardt, ZPH 1565, Archivbox 9, 2.2.953.
Kostümentwürfe für "Pyramus und Thisbe". Nachlass Reinhardt, ZPH 1565, Foliobox 1, 4.1.