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farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Am 23. November und 5. Dezember schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung bereits um 17 Uhr. Ersatzleseplätze werden zur Verfügung gestellt.

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Barocke Lobreden und eine Sebastian-Bruderschaft im Wiener Schottenstift

Der Heilige Mauritius vor seinem Feldzelt. Kupferstich aus "Divus Mauritius Maximiano Fidelis Principi, Fidelior Deo Panegyrico Celebratus" (Wien, 1742) von Adam Schaeffer

Bereits im Mai 2009 haben wir anlässlich der Neuerwerbung einiger Kyrill-und-Method-Drucke auf das interessante Phänomen der barocken Heiligen-Predigten in Wien hingewiesen. Nun konnten wieder einige seltene "Lobreden" – so der bevorzugte Terminus seit der 1989 erschienenen Bibliographie von Werner Welzig – für die Wienbibliothek angekauft werden.

Ins Jahr 1711 datieren zwei Quartdrucke, die dem Märtyrer Laurentius bzw. den Jesuitenheiligen Ignatius von Loyola und Franz Xaver lobsingen. Hervorzuheben sind aber auch die mit großformatigen Kupferstichen gezierten Lobreden der Heiligen Ursula aus der Zeit um 1740, die als Schutzpatronin der an der Universität Wien ansässigen rheinischen Nation fungierte, sowie des Heiligen Mauritius (Abbildung), der seit den Ottonen als Schutzpatron der Kaiser und des Heiligen Römischen Reichs fungierte und in Wien von der sächsischen Nation verehrt wurde.

  • Franciscus Josephus à Sole: Irdisch- und Himmlischer durch den Todt widerumben neugebohrner und ewig-lebender Phænix; Das ist: Der durch die Marter deß Feuers hingerichtete und in dem Himmel ewig-glorreich-lebende Heilige Martyrer Und Blut-Zeug Christi Laurentius. Wien: Voigt, 1711.
  • Marcianus Oenipontanus: Der Monarch mit seinem Minister, Ignatius Mit Xaverio, Das ist: Doppelte Ehren-Rede Von Diesen zwey grossen Heiligen in dem Reich Gottes, an derer hohen Fest-Tägen. Wien: Schönwetter, 1711.
  • Mayrhoffer, Anton: Panegyricus Divæ Ursulæ Virgini, & Martyri. Wien: Voigtin, 1739.
  • Antonius, Abt des Schwarzspanierklosters Wien: Rede eines Lebenden Zum Trost deren Abgestorbenen. Oder Christliche Erinnerung An alle Freunde und Bekannte Deren Büssenden Seelen In dem Schmertzlichen Fegfeuer. Wien: Schilgen, 1740.
  • Ambrosius a Sancto Spiritu: Syncharisticon Amoris Filialis. Wien: Kaliwoda, 1741.
  • Ambrosius a Sancto Spiritu: Unverwelcklicher Ehren-Krantz, Welcher Aus wohl-riechenden Tugend-Blumen, und vielfältigen Weißheits-Früchten, bey diesen erfreulichen Ernd-Ferien, und anheutig-Dreyfachen Jubel-Fest zusamm geflochten. Wien: Kaliwoda, 1741.
  • Manzador, Pius: Lob-Rede, In welcher Der Heilige Bischof und Martyrer Kilianus Apostel deren Francken In drey Eigenschaften Dem grösten Heiligen und Vorlauffer Christi verglichen wird. Wien: Kirchberger, 1741.
  • Schaeffer, Adam Anton Ferdinand: Divus Mauritius Maximiano Fidelis Principi, Fidelior Deo Panegyrico Celebratus. Wien: Kirchberger, 1742.
  • Dechau, Adam: Panegyricus Divæ Ursulæ Ad Rhenum Fortiter Decertanti. Wien: Schilgen, 1743.
  • Oeffelbauer, Parthenius: Würdigste Gedächtnuß Eines Frommen Leben und gottseeligen Tods, Des Weiland Hochwürdigen, in Gott Andächtigen, Hoch-Edl-Gebohrnen und Hochgelehrten Herrn, Herrn Pauli Des Löbl. Stiffts, und Closters Seittenstetten Preiswürdigsten Abbten. Steyr: Menhardt, 1747.

Ein besonders interessantes Stück aus dem barocken Wien ist aber die Neuerwerbung mit der Signatur A-327671: es handelt sich dabei um einen bibliographisch nicht nachweisbaren, deutschsprachigen Druck aus der Werkstatt des Wiener Buchdruckers Michael Rickhes, der von einer unter Friedrich III. und Matthias Corvinus in Wien gestifteten Bruderschaft des Heiligen Sebastian handelt. Die Bruderschaft, die laut Vorrede im Reformationszeitalter unter starken Einbußen zu leiden hatte, wurde unter Kardinal Melchior Khlesl und dem Abt des Schottenstifts Augustinus im Zeichen der Gegenreformation erneuert; der mit 1630 datierte Druck enthält folgerichtig die Statuten der nun wiederbelebten Vereinigung, diente in seinem zweiten Teil aber auch als Gebetbuch für deren Mitglieder.

Da dem in blindgeprägtes Schweinsleder gebundenen Duodezbändchen das Titelblatt fehlt, wurde es unter dem zwar lateinischen, aber doch recht zutreffenden handschriftlichen Rückentitel "Leges Congregationis S. Sebastiani ad Scotas Viennae" katalogisiert.

  • [Leges Congregationis S. Sebastiani ad Scotas Viennae]. Wien: bey Michael Rickhes, 1630.

Archiv der Neuerwerbungen 2013