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Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Am 23. November und 5. Dezember schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung bereits um 17 Uhr. Ersatzleseplätze werden zur Verfügung gestellt.

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Säbel, Feder, Grabstichel

Szene aus Karl Timlichs "Gründliche Abhandlung der Fechtkunst" (1796)

Die abgebildete, dynamische Darstellung eines Fechtkampfes hoch zu Ross entstammt dem seltenen Druck "Gründliche Abhandlung der Fechtkunst" (Wien: van Ghelen / Stahel, 1796) von Karl Timlich, der nun für die Wienbibliothek erworben werden konnte. Das 55 Seiten starke Werk richtet sich an die österreichische Kavallerie, folgerichtig zeigen die 18 angeschlossenen, quartformatigen Kupfertafeln vor allem Kampfszenen zu Pferde. Der überwiegend militärische Charakter des Lehrwerks wird auch durch das beigebundene Pränumerantenverzeichnis bestätigt: neben Angehörigen des Kaiserhauses und höchster Aristokratenfamilien finden sich fast ausschließlich Offiziere der österreichischen Armee unter den Vorbestellern.

Karl Timlich, der auch unter dem Namen Erdmann Carl Temlich publizierte, wurde in den 1740er Jahren im westböhmischen Asch geboren. In Wien war er seit 1780 als Vorfechter an der Savoyischen Adeligen Akademie, der heutigen Stiftskaserne, tätig und trat erstmals im Jahr 1781 mit einer "Gründlichen Abhandlung der Fechtkunst", die noch keine Illustrationen enthielt, an die Öffentlichkeit. Schließlich brachte er 1807 die kleinformatige "Abhandlung der Fechtkunst" heraus - mit zahlreichen, allerdings viel schematischeren Skizzen als in unserer Neuerwerbung. Die Stiche zu seinen Werken fertigte Timlich übrigens selbst an. Neben den erwähnten Illustrationen seiner Fechtbücher sind mehrere Kartenwerke des Kupferstechers Timlich erhalten: besonders zu erwähnen sind die Karten der Schlacht von Aspern 1809, die laut Wurzbach in Wien reißenden Absatz fanden – nicht zuletzt unter den geschlagenen französischen Soldaten.

Eine weitere Begabung Timlichs war die Schriftstellerei. Neben mehreren Theaterstücken und dem Roman "Der österreichische Robinson oder Leben und merkwürdige Reisen Andreas Geißlers, eines gebohrnen Wieners" (1791) stammen auch die beiden erotischen Schriften "Priaps Normalschule" (1789) und "Fiekchen oder Die zärtlichen Briefe" aus Timlichs Feder.

Weitere Neuerwerbungen im Februar 2010

  • Beckmann, Johann: Anleitung zur Technologie, oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen, vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindung stehn. Wien: gedruckt bey Joh. Thomas Edlen von Trattnern, 1785. Ein Werk des Wirtschaftswissenschaftlers Johann Beckmann (1739-1811) über verschiedene industrielle Technologien, von der Wollweberei bis hin zur Münzkunst; für Buchwissenschaftler vielleicht besonders interessant das Kapitel über Papiermacherei (S. 107ff).
  • Ney, Franz: Systematisches Handbuch der gerichtsarzneilichen Wissenschaft. Wien: Mörschner & Bianchi, 1845.
  • Jahn, Johann: Elementa Aramaicae seu Chaldaeo-syriacae linguae. Viennae: Typis et sumtibus Antonii Schmid, 1820. Grammatik der syrischen Sprache aus der auf orientalische Typen spezialisierten Wiener Druckerei Anton Schmids.
  • Jacobs, Friedrich: Elementarbuch der griechischen Sprache. Wien & Triest: Geistinger in Comm., 1819.

Archiv der Neuerwerbungen 2010