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Digitale Sammlungen
Eine alte Dame hält Luftballons in der Hand und steht neben zwei Kindern und einem Hund, im Hintergrund ist das Wiener Riesenrad zu sehen
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Im Lesesaal mit:
Portraitphotographie: Herr vor  Bücherregal in einer Bibliothek
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Sommerschließzeiten 2017

Montag, 31. Juli bis Freitag, 18. August 2017

Während dieser Zeit sind die Ausstellungen von 09:00 Uhr bis 15:30 Uhr geöffnet.

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Kinderbücher der Biedermeierzeit

Josef Sigmund Ebersberg: Die zwölf Monate. Illustration von Adolf Dworžák (um 1835)

Im Antiquariatshandel konnten drei äußerst seltene Wiener Kinderbücher der 1830er Jahre erworben werden.

J. C. Alberts "Neuestes Bilder-A, B, C- und Lese-Buch" wurde bei J. P. Sollinger gedruckt und in der Buchhandlung Tendler am Wiener Graben verlegt. Begleitet von handkolorierten Kupferstichen richtet es sich an Erstleserinnen und -leser . Nach einer kurzen Vorstellung der verschiedenen Alphabete (Fraktur, Antiqua, Kursiv), Leseübungen in diesen, sowie der wichtigsten Silbentrennungsregeln beginnt die heitere Erzählung um die Familie Ehrenhold, die auf ihrer Reise durch eine alphabetisch geordnete Landschaft von A wie Apfelbaum bis Z wie Zigeuner begleitet wird.

Um die jungen Leserinnen und Leser an die verschiedenen Drucktypen heranzuführen, wurden die einzelnen Episoden der anonym veröffentlichten "Lese-Uebungen für die zarte Jugend" gleich in den verschiedenen Schriften gesetzt - anfangs noch im Großdruck, dann immer kleiner werdend. Das von J. Bermann verlegte und aus der Druckerei Anton von Haykuls stammende Lesebuch besticht aber vor allem durch seine 24 Kupferstiche: in der Tradition der Wiener Kaufrufe zeigen diese Genre-Szenen des biedermeierzeitlichen Wien, von Blumen-, Hut- und Kunsthandlungen reicht der Bogen bis hin zu griechischen Pfeifenhändlern, Handelsjuden, Laternenanzündern, "Knoblauchweibern" und dem hier abgebildeten, slowakischen Leinwandhändler.
Beide Kinderbücher stammen aus altem Wiener Familienbesitz und tragen noch Hinweise auf die einstigen Besitzerinnen: während auf den Einbänden der Name einer gewissen Caroline Sckoda als Ersteigentümerin prangt, dienten die Kinderbücher später noch einem anderen Wiener Mädchen, nämlich Josefine Ganzwohl, für den Leseunterricht.

Aus der gleichen Wiener Innenstadtwohnung stammt ein Exemplar von Josef Sigmund Ebersbergs "Die zwölf Monate, oder: Leben und Natur im steten Wechselkreise", das den jugendlichen Leser in zwölf Erzählungen durch den Jahreslauf geleitet. Jedem Monat ist ein Kupferstich des aus Böhmen stammenden Kupferstechers Adolf Dworžak zugeordnet, deren letzterer eine Bescherungsszene um den Weihnachtsbaum zeigt. Mit dem aus diesem Buch stammenden Objekt des Monats Dezember 2009 wünscht die Druckschriftensammlung der Wienbibliothek ein frohes Weihnachtsfest!

Archiv der Neuerwerbungen 2009

Der "slowakische Leinwandmann" im anonym erschienen Lesebuch "Lese-Uebungen für die zarte Jugend".